
Türkisblaues Wasser, weiße Strände – und Plastik, so weit das Auge reicht
Bali. Allein der Name weckt Bilder von endlosen Reisterrassen, Surfern im Sonnenuntergang und Kokosnüssen am Strand. Jedes Jahr kommen Millionen Reisende auf die Insel der Götter, um genau dieses Paradies zu erleben. Und ja – Bali ist unfassbar schön. 🌊
Aber da gibt es eine andere Seite. Eine Seite, die du auf Instagram-Feeds nicht siehst. Eine Seite, die mich persönlich so schockiert hat, dass sie mein ganzes Leben verändert hat.
Ich bin Dominik, Gründer von Oceanmata. 2020 bin ich nach Bali gereist, um Surfen zu lernen. Was ich stattdessen gefunden habe, war ein Strand voller Plastik – und ein einzelner Einheimischer in Medewi, der jeden Tag alleine versuchte, den Müll aufzusammeln. In diesem Moment wusste ich: Ich muss etwas tun.
Aber lass mich dir erst die Fakten zeigen. Denn das Ausmaß von Balis Plastikproblem ist schlimmer, als die meisten denken.
Die Zahlen: 3.436 Tonnen Müll – jeden einzelnen Tag
Bali produziert 3.436 Tonnen Müll pro Tag. Das sind rund 1,2 Millionen Tonnen im Jahr. Um das greifbar zu machen: Stell dir vor, jeden Tag werden über 3.400 Kleinwagen einfach in die Landschaft gekippt. Jeden. Einzelnen. Tag.
Davon ist ein gewaltiger Anteil Plastik. Einwegverpackungen, Plastiktüten, PET-Flaschen, Styropor-Behälter – die Liste ist endlos. Während der Monsunzeit werden 30 bis 60 Tonnen Plastik täglich allein an die Strände gespült. Das ist kein Druckfehler. 30 bis 60 Tonnen. An einem einzigen Tag.
Und Bali ist nur ein Teil des größeren Problems: Indonesien als Ganzes lässt jährlich rund 620.000 Tonnen Plastik ins Meer gelangen. Damit ist der Inselstaat einer der größten Verursacher von Meeresplastikverschmutzung weltweit.
Gary Bencheghib, Gründer der Organisation Sungai Watch, beschrieb die Lage mit drastischen Worten: "Das Plastik lag teilweise einen Meter hoch auf dem Sand."
Woher kommt das ganze Plastik?
Um das Problem zu verstehen, musst du drei Faktoren kennen:
1. Fehlende Müllinfrastruktur
Bali hat – besonders in ländlichen Gebieten – kein flächendeckendes Müllentsorgungssystem. Viele Dörfer haben schlicht keine Müllabfuhr. Was passiert? Der Müll wird verbrannt, vergraben oder landet in Flüssen. Das ist kein böser Wille, sondern das Ergebnis fehlender Alternativen.
2. Die Flüsse als Plastik-Autobahnen
Balis Flüsse sind eine der Hauptquellen für Meeresplastik. Der Müll, der an Flussufern und in Wasserläufen landet, wird bei Regen ins Meer gespült. Während der Regenzeit verwandeln sich harmlos wirkende Bäche in reißende Plastikströme. Genau deshalb sind Flussbarrieren so entscheidend – sie fangen das Plastik ab, bevor es den Ozean erreicht.
3. Der Tourismus
Mit über 5 Millionen internationalen Touristen pro Jahr (vor COVID waren es noch mehr) steigt auch der Müllberg. Einwegplastik in Restaurants, Hotels und Supermärkten – das summiert sich gewaltig. Und obwohl viele Touristenviertel sauber wirken, verschiebt sich das Problem nur in andere Regionen der Insel.
Monsunzeit: November bis März – die Plastikflut 🌊
Wenn du jemals Bilder von zugemüllten Stränden auf Bali gesehen hast, dann waren die mit hoher Wahrscheinlichkeit während der Monsunzeit aufgenommen – zwischen November und März.
In dieser Zeit wehen starke Westwinde über den Indischen Ozean. Sie treiben Plastik, das im Meer treibt, direkt an Balis Küsten. Besonders betroffen: die Westküste. Orte wie Kuta, Seminyak, Canggu – und unser Zuhause Medewi.
Die Ostküste (Amed, Nusa Penida, Sanur) bleibt dagegen weitgehend verschont. Das liegt an der Windrichtung und der geographischen Lage. Wenn du also in der Regenzeit nach Bali reist und saubere Strände suchst, findest du sie eher im Osten. Mehr dazu in unserem Artikel über die Surfspots in Medewi.
Während der Monsunzeit explodiert das Plastikproblem regelrecht. Flüsse führen Hochwasser und spülen riesige Mengen Müll ins Meer. Der Ozean spült ihn zurück an die Strände. Ein Teufelskreis.

Was wird dagegen getan?
Die gute Nachricht: Es gibt Menschen und Organisationen, die jeden Tag gegen die Plastikflut kämpfen. Und ihre Arbeit macht einen echten Unterschied.
Sungai Watch
Sungai Watch hat über über 350 Flussbarrieren in ganz Indonesien installiert und bereits über fast 4 Millionen Kilogramm Plastik aus Flüssen in 260 Dörfern gesammelt. Die Idee ist einfach und genial: Das Plastik abfangen, bevor es den Ozean erreicht.
Oceanmata 💙
Unser Team – 11 Mitarbeitende in Medewi, Bali – ist jeden Tag draußen. Wir machen tägliche Strand-Clean-Ups, betreiben Flussbarrieren, geben Unterricht in lokalen Schulen und recyceln gesammeltes Plastik vor Ort mit Precious Plastic Maschinen. Bis heute haben wir über 300.000 kg Ocean Plastic gesammelt. Und wir machen weiter.
Die indonesische Regierung
Die Regierung hatte sich das Ziel gesetzt, die Plastikverschmutzung bis 2025 um 70 % zu reduzieren. Dieses Ziel wurde leider verfehlt. Es gibt Fortschritte – ein provinzielles Einwegplastik-Verbot auf Bali, Sensibilisierungskampagnen – aber die Umsetzung bleibt lückenhaft. Ohne die Arbeit von NGOs und lokalen Initiativen würde die Lage deutlich schlimmer aussehen.
Oceanmata in Medewi: Unsere tägliche Arbeit vor Ort
Warum ausgerechnet Medewi? Weil Medewi an der Westküste liegt – und damit genau dort, wo das Plastikproblem am schlimmsten ist. Mehr über unsere Arbeit dort erfährst du in unserem Artikel über Balis Mangroven und ihren Schutz.
Was unser Team jeden Tag tut:
Unser 11-köpfiges Team in Medewi arbeitet jeden Tag an saubereren Stränden – mit Clean-Ups, Flussbarrieren, Schulunterricht und Recycling. Lies die ganze Medewi-Story →
Unsere Kernbotschaft? Plastik ist kein Müll – es ist ein wertvoller Rohstoff. Wenn wir es schaffen, dieses Denken zu verankern, verändert sich alles.
Eine Kundin hat es perfekt zusammengefasst: "Ich kann nicht mit so vielen Dingen umgehen die meine Hilfe benötigen. Wenn man bei euch was kauft dann ist es so einfach." Und genau so soll es sein. Einfach helfen, ohne dass es kompliziert wird.
Was DU tun kannst – 5 konkrete Wege
Du fragst dich, wie du von Deutschland (oder wo auch immer du gerade bist) aus etwas bewirken kannst? Hier sind fünf Wege, die wirklich einen Unterschied machen:
1. Unterstütze Projekte, die vor Ort arbeiten
Mit einer Oceanmata-Patenschaft kannst du unsere tägliche Clean-Up-Arbeit direkt unterstützen. Jeder Beitrag fließt in Strand-Clean-Ups, Flussbarrieren und Schulprojekte in Medewi.
2. Reduziere deinen eigenen Plastikverbrauch
Klingt simpel, ist es auch. Trinkflasche aus Edelstahl, Stoffbeutel beim Einkaufen, Unverpackt-Läden – kleine Änderungen mit großer Wirkung. Jedes Plastikteil, das nicht produziert wird, kann auch nicht im Meer landen.
3. Mach Urlaub bewusst
Wenn du nach Bali reist: Nimm eine wiederverwendbare Wasserflasche mit, verzichte auf Strohhalme und wähle Unterkünfte, die auf Nachhaltigkeit setzen. Und warum nicht mal bei einem lokalen Clean-Up mitmachen?
4. Spread the Word 🐬
Teile diesen Artikel, erzähle Freunden davon, poste in deiner Story. Je mehr Menschen das wahre Ausmaß kennen, desto mehr Druck entsteht für echte Veränderungen. Unsere Community von über 165.000 Ozeanheldinnen zeigt: Gemeinsam sind wir laut.
5. Kaufe bewusst – und unterstütze damit den Ozean
Bei Oceanmata fließt der Erlös jedes Produkts direkt in unsere Arbeit auf Bali. Ob nachhaltige Handyhülle oder Ozean-Armband – du trägst aktiv dazu bei, dass weniger Plastik im Meer landet.
Es liegt an uns allen
Bali hat ein gewaltiges Plastikproblem. Das lässt sich nicht beschönigen. Aber Bali hat auch unglaublich engagierte Menschen – Einheimische und Zugezogene – die jeden Tag dagegen ankämpfen.
Mit über 300.000 kg gesammeltem Ocean Plastic haben wir bei Oceanmata gezeigt, dass Veränderung möglich ist. Aber wir fangen gerade erst an. Jeden Tag wächst unser Team, jeden Tag wird mehr Plastik gesammelt, jeden Tag lernen mehr Kinder in Medewi, warum der Ozean geschützt werden muss. 🐢
Und du kannst Teil davon sein.
Werde Teil der Lösung 🌊
Über 165.000 Ozeanheldinnen sind schon dabei. Mit jedem Produkt unterstützt du unsere Arbeit auf Bali – tägliche Clean-Ups, Flussbarrieren und Schulprojekte in Medewi.
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